SWOŁOWO/SCHWOLOW

Swołowo heute

Das Dorf Swolowo wurde zum Gesprächsthema ungefähr Mitte der 90er Jahre des 20. Jh. aus Anlass einer am 18. Januar 1995 vom Verein für Denkmalschutz in Słupsk und Dr. Elżbieta Szalewska im Internationalen Presse- und Bücherclub EMPIK in Słupsk organisierten Fotoaussstellung, während der in den Räumen des Clubs Bilder präsentiert wurden, die die Schönheit der traditionellen pommerschen Dorfarchitektur, darunter auch in Swołowo darstellten.

Aufgrund seines einzigartigen Charakter war dieses Dorf Gegenstand des Interesses der Ethnographen in Słupsk, doch die damaligen kommunistischen Behörden behandelten alle Versuche, das Erbe der früheren, deutschen Einwohner dieser Gebiete zu retten, nicht allzu positiv.

Anfang der 80er Jahre haben die Mitarbeiter des Museums in Słupsk, H. Soja und E. Wójtowicz im Auftrag der Denkmalschutzbehörde in Słupsk sog. “konservatorische weiße Karten” für einige Dutzend Bauobjekte in Swołowo bearbeitet. Sie enthielten -außer Fotos- Informationen über ihre Besitzer, Nutzer, Lage, Größe sowie ihre Grund- und Aufrisse, Beschreibungen der Bauweise, des Baumaterials und des Erhaltungszustands.

In den Jahren 1994-1995 hat Czesława Betlejewska eine ruralistische Dokumentation des Dorfes bearbeitet, und in den Schlussfolgerungen Swołowo als eines der schönsten und wertvollsten Dörfer in der früheren Woiwodschaft Słupsk befunden, wobei sie forderte, das Dorf unter gesamtheitlichen denkmalpflegerischen Schutz zu stellen und dort ein Freilichtmuseum in situ zu schaffen.

1997 hat das Gemeindeamt Słupsk einen Antrag bei dem Programm Phare Tourin II - Entwicklung der Übernachtungsinfrastruktur auf dem Lande - gestellt. Nach zweistufigem Ausscheidungsverfahren hat Swołowo finanzielle Mittel bekommen, die für die Bearbeitung einer Landschaftsstudie, Bewirtschaftung der Umgebung des Teiches, Anfertigung von Elementen der Kleinarchitektur und Informationsschildern an einzelnen Gehöften, Bezuschussung des Ankaufs von Baumaterialien für einen Teil der Einwohner, Werbematerialien, Renovierung des Gemeinschaftsraumes sowie Schulungen und Vorführungen der Renovierungstechnik der Fachwerkgebäude verwendet wurden. In das Projekt waren Dr.Ing.Arch. E. Szalewska von der Pommerschen Pädagogischen Akademie sowie Dr. J. Majewski, als Manager für landtouristische Markenprodukte, stark engagiert.

In dieser Zeit haben lokale und gesamtpolnische Medien über das schöne pommersche Dorf Swołowo berichtet, das eine glänzende Zukunft vor sich hat und über gewaltige Möglichkeiten auf dem Gebiet eines breit verstandenen Kulturtourismus verfügt, sowie über seine schönen Bauernhöfe, zu denen am Leben auf dem Lande interessierte Besucher massenweise strömen werden. Die Realität sah aber etwas anders aus…

Presseausschitte über Swołowo:

1998 wurde dem Dorf ein Ehrenpreis des Präsidenten des Amtes für Sport und Tourismus im Wettbewerb „Przebi¶nieg/Schneeglöcken 97” für die interessanteste Initiative zur Entwicklung modernen touristischen Angebots in Polen. Im selben Jahr wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum der Landwirtschaftlichen Akademie in Poznań mit der Zucht der vom Aussterben bedrohten Art der scheckigen Zlotnicka-Schweine begonnen. Für die Einwohner wurden auch einige Lehrgänge in altem Handwerk (Weidenrutenflechten, Weberei) organisiert. Nach einiger Zeit wurde es aber aufgegeben.

Swolowo verfällt in den letzen Jahren immer mehr und erlebt einen Wandel, ältere Bauern haben das Land abgegeben, die jüngere Generation aus dem Dorf ist in den meisten Fällen nach Westeuropa zur Arbeit gefahren. Ein Teil der Häuser, Wirtschaftsgebäude und Scheunen verfällt wegen Nichtnutzung schnell.

Die Mitarbeiter des Mittelpommerschen Museums in Słupsk waren sich zum Zeitpunkt der Übernahme des Gehöfts Nr. 8 im Klaren, welche Herausforderung sie erwartet. Langjährige und langwierige Bemühungen um EU-Fördermittel endeten mit dem Erfolg, welchen der um die Jahreswende 2005/2006 mit dem Pommerschen Woiwoden unterschriebene Vertrag über die Mitfinanzierung seiner Renovierung im Rahmen des Integrierten Programms zur Reginalentwicklung darstellte.

Unser Wunsch ist es, dass die Rekonstruierung des historischen Gehöftes eines reichen Bauern vom Anfang des 20 Jh. zum Ausgangspunkt unserer Aktivitäten zur Erhaltung des einzigartigen Charakters vom Swołowo wird. Zu diesem Zweck haben wir ein Konzept zur Nutzung des Dorfes zu Museumszwecken in den Jahren 2207-2013 entwickelt und sind fest davon überzeugt, dass sich die meisten darin enthaltenen Ideen verwirklichen lassen.

Unten zeigen wir einige Fotos, die das Dorf Swołowo von seinen besseren sowie leider auch schlechteren Seiten darstellen. Es ist eine Fotodokumentation des gegenwärtigen Zustand des Dorfes (Stand: Mitte 2006). Die Fotos geben das dieser reizvollen Ortschaft innewohnende Potential wieder, zeigen aber zugleich, wie leicht ihr Gesamtbild entstellt werden kann, so dass sie allmählich ihren einzigartigen Charakter verliert.

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